Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Bierguide’

Die heimische Braulandschaft bewegt sich gewaltig. Nach der Konzentration der Braulandschaft in den frühen 90er Jahren, boomen zur Zeit neue Kleinbrauereien. Mit Loncium, Wimitzbräu und Shilling gibt es auch in Kärnten tolle Exponenten dieser Szene. Letzteren haben wir uns als jüngsten Braubetrieb in Kärnten mal genau angesehen.

shilling1

Die Gartenrast ob dem kärntnerischen Radenthein ist schon seit Jahren die einsame Spitze der Biergastronomie in Österreichs südlichstem Bundesland. Am Hang gelegen, zwischen den Tourismusmagneten Millstätter See und Bad Kleinkirchheim, hat Uli Bacher eine Bierkultur eingeführt, wie sie in ganz Österreich kaum zu finden ist. Der Wirtssohn war nach seiner Brauerausbildung in München einige Zeit bei der schweizer Egger-Brauerei in Worb beschäftigt, bevor er den elterlichen Betrieb übernehmen musste. Hier wurden seit jeher die gastronomische Vielfalt des Huhns hochgehalten, vom Backhenderl bis zum Hühner-Wok. Nun aber wurde auch eine höhere Sorgfalt ob der Wein- und Bierauswahl getroffen. Alle 2 Jahre organisiert Uli Bacher hier auch das Kärntner Bierfestival, die jährlichen Höchstnoten in Conrad Seidls Bierguide sind mehr als redlich verdient.

Shilling2

57 Jahre lang ist Villacher Bier aus den Zapfhähnen der Gartenrast gelaufen, zuletzt begleitet von einer sensationellen Auswahl an internationalen Spezialbieren. Zumeist gab es etwa 40 an der Zahl in den gut sortierten Bierkühlschränken. Doch seit Ende 2013 läuft hier statt dem Kärntner Marktführer die eigene Marke durch die gut gepflegten Hähne. Shilling Bier, so der eigene Fantasiename, wird seitdem in den ehemaligen Busgaragen der Familie gebraut. In der Bierszene machte es den ersten Knaller, als kurz vor Weihnachten 2013 das „Weihnachtsbier“ auf den Markt kam: Ein Collaborationbrew zwischen der neuen Shilling-Brauerei und der Hofstetten-Brauerei aus dem Mühlviertel. Das Dreamteam Uli Bacher und Peter Krammer machten ja schon die Brauerausbildung gemeinsam. Das Starkbier mit 6,6% Alkohol war angelehnt an skandinavische Festtagsbiere, mit einem Hauch von Kardamon und Zimt: Die Flaschen waren sehr bald vergriffen, ein Teil des Sudes liegt aber noch in Portweinfässern in Hofstetten und wartet darauf, demnächst verkostet zu werden. Das nächste Weihnachten kommt bestimmt!

shilling3

Die Standardbiere, die auf einer 10 hl Anlage nur 100 m von der Gartenrast entfernt gebraut werden, sind aber vorrangig für den eigenen Gastrobetrieb gedacht, und werden dort auch gebraucht: 150 Sitzplätze (die sensationelle Terrasse noch nicht einbezogen) machen eine eigene Brauerei schon mal rentabel. Einige Gastronomen der Umgebung werden auch mit Fässern versorgt, an eine Flaschenabfüllung ist jedoch noch nicht gedacht. Im Moment läuft gerade das Shilling Helle, das Shilling Granat und das als Sommerbier angepriesene Pale Ale mit 4,5% aus den Hähnen. Alle 3 Biere wirklich gute Vertreter ihres Types, auch die Gläser passen perfekt.

shilling4

Was mir aber besonders imponiert hat, ist die Preispolitik bei den Spezialbieren. Ein mit 100 Ratebeer-Punkten bedachtes Abteibier namens Abt 12 aus der Brouwerij St.Bernardus in Belgien (10 % alc) wird für € 5 serviert, sogar das belgische Kwak wird in den originellen Originalgläsern mit Holzgestell um € 4 an den Tisch gebracht. Dabei wird nicht einmal vom kolportierten Brauch gebrauch gemacht, daß der Gast als Pfand einen Schuh hergeben muss. Der Aventinus Weizenbock vom Brauhaus Schneider wird in verschiedenen Jahrgängen um € 4 für den halben Liter angeboten: Ich leide ob der Tatsache, daß man hier eigentlich nur mit dem Auto herkommen kann und ich mit genau diesem wieder sicher in mein Domizil kommen möchte.

shilling5

Es sei auch bemerkt, daß die Speisen exzellent sind, die Weinkarte und ebengleich die Beratung mit der Bierkompetenz Schritt halten kann. Neben den Bieren auf der 4seitigen Spezialkarte gibt es eine erweiterte Auswahl in den Sichtkühlern zu bestaunen und ordern.

Natürlich trinkt die Mehrheit der zahlreichen Gäste noch das „Helle“. Zitate vom Nebentisch lassen mich schmunzeln: „Ich brauch keine Bierkarte, ich will ein Bier!“. Aber die Arbeit, die Uli Bacher hier oberhalb von Radenthein für die Bierkultur in diesem Land leistet, ist unbezahlbar. War der Betrieb mit seiner Auswahl und Beratung bis zuletzt auf der höchsten Bierplattform gemeinsam mit Karl Zuser im Gasthof Riedberg , Karl Schiffner in Aigen/Schlägl und Stefan Kreidl im Verde1080/Wien, so hat die Gartenrast mit den hauseigenen Shilling-Bieren nun den Gipfel des heimischen Bier-Olymp eingenommen. Die Gartenrast ist eine laaaaange Rast wert!

Gartenrast / Brauerei Shilling – Gartenrastweg 9, 9545 Radenthein

 

Advertisements

Read Full Post »

Vergangenes Wochenende fanden im Salzburger Gusswerk die österreichischen Meisterschaften der Haus- und Kleinbrauer statt. Um im sportlichen Jargon von Wettkämpfen zu bleiben: Der Gastgeber feierte eine Start-Ziel-Sieg erster Güte:

 

Güsse und Sondergüsse aus dem Gusswerk

Güsse und Sondergüsse aus dem Gusswerk

Gusswerk-Bier in aller Munde, vierfach prämiert. Bei den aktuellen Staatsmeisterschaften der Kleinbrauereien, veranstaltet von der BierIG, am 21.März in Salzburg errangen Gusswerks Bio-Bierspezialitäten in verschiedenen Kategorien die Plätze 1,2 und 3: In der Profi-Blindverkostung erreichte das würzige, bernsteinfarbige Weizenguss Platz drei, das naturtrübe Jakobsgold („zu Vollmond gebrauter Edelguss, samtig auf der Zunge“) errang Platz zwei und das neue, filtrierte Edelguss aus typischösterreichischen Getreiden erklomm den ersten Platz. -„Macht Spaß und prickelt auf den Lippen“, so die Jury über das Sieger-Bier. Nachdem der Organisator die Biermesse in Ried, in dessen Rahmen die heurige Staatsmeisterschaft stattfinden hätte sollen, die Veranstaltung sehr kurzfristig absagen musste, fand der bierige Wettstreit auch heuer wieder im Salzburger Gusswerk statt. Dort fand bereits im letzten Oktober im Rahmen des grossartigen Festivals der Biervielfalt die Meisterschaft statt.

Der Brau"Meister" und der Bierpapst

Der Brau"Meister" und der Bierpapst

Der Gusswerk’sche Siegeszug erreichte seinen Höhepunkt durch die Auszeichnung zu einem der 10 „Biere des Jahres 2009″ durch Bier-Papst Conrad Seidl am Montag in Linz: Bei diesem prämierten Spezialbier „Orange Pale Ale“ werden Orangenschalen und Koriander mitgebraut, wie sonst nur in Belgien üblich. Gusswerk’s Jungbrauer Reini Barta nimmt soviel Bier-Segen freudig entgegen: „Mit unserer neuen Qualitätslinie haben wir den rechten Weg gefunden.“

Brauhaus Gusswerk, Söllheimer Str. 16, 5020 Salzburg, Tel.: +43 (0)662 243 279
Rampenverkauf DI-DO ab 16 Uhr, FR & SA ab 13 Uhr!
Öffnungszeiten Gastronomie (Brauhaus Gusswerk);
Di-Sa ab 16h,
So&Mo sowie an Feiertagen Ruhetag

Read Full Post »