Braufest Berlin 2013

An der Basis wird wieder gebraut. Das ist schön für Berlin und die Bierliebhaber der Stadt, deren Brautradition sich fast nur noch in historischen Bauwerken spiegelt, die heute für Kunst- und Kultur genutzt werden. Am Braufest Berlin präsentierten sich die frischen jungen Craft Beer Brauer der Hauptstadt.

Früher gab es sehr viele Berliner Brauerein, mächtige Industriegebäude mit hunderten Arbeitern und hohen Schloten. Die Industrielle Revolution und zuletzt die Konzentration der Branche hat nur noch 2 große Brauereien (oder eher Marken) hinterlassen, beide gehören mittlerweile zusammen und sind wie Radeberger oder Jever im Oetker-Konzern eingebunden. Die Schultheiss-Brauerei in der Schönhauser Allee war einst die größte Brauerei Deutschlands und firmiert heute als Kulturbrauerei für Veranstaltungen und Kulturzentrum.

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Das Szimpla Badehaus vor dem Ansturm

Natürlich sind seit den 90er Jahren wie überall in der Republik auch kleine Gasthausbrauereien in Berlin entstanden, die ihr eigenes Bier brauten, zumeist aber nur gängige Mainstream-Sorten. Erst in den letzten beiden Jahren hat sich von der Basis wieder eine richtig feine Bierbrauer-Szene entwickelt. Aus Amerika kam nicht nur der Trend der handwerklich gebrauten Biere mit sehr hohem Hopfenanteil, sondern im Fall der Vagabund Brauerei in Berlin Wedding auch die Brauer. Gemeinsam mit den anderen Berliner Craftbrewern, größeren und kleineren konventionellen Biermarken aus Bayern sowie ein paar internationalen Bieren, die durch Importeure oder Händler vertreten waren, bekam man am letzten Wochenende am Braufest Berlin einen guten Überblick über die Berliner Bierszene.

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Rund um das Szimpla-Badehaus am RAW-Gelände, dem ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerkes, konnten sich zahlreiche Besucher bei freiem Eintritt durch über 80 verschiedene Biere kosten. Internationale Gäste wie die Bierzauberei aus Österreich, das Kaltenecker Bräu aus der Slowakei und die Hopfanatic aus Ungarn und ein paar Essensstände rundeten das feine Angebot ab.

Aber zurück, zu den jungen wilden Brauern, die Ihre Biere in kleinen Zelten, die mit alten Paletten gestaltet wurden, zumeist direkt aus dem Fass ausgeschenkt haben. Tolle Produkte waren dabei – für ein richtige Bierfestival fehlte es leider an einheitlichen Verkostungsgläsern und der „richtigen Menge“. Bier wurde immer in der Mindesteinheit 0,3 lt ausgeschenkt. Das ist bei der Anzahl von Brauern und Sorten halt ein schwieriges (und auch teures) Unterfangen, sehr viel zu verkosten.

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Johannes Heidenpeter zapft seine handwerklichen Ales.

Herausragend das XPA von Schoppe Bräu und das 2013 Imperial Ale der österreichischen Bierzauberei. Thorsten Schoppe, einer der umtriebigsten in der Szene der neuen wilden Brauer, bekam  auch die Trophäe der beliebtesten Brauerei am Fest, das die Gäste mit ihren Teilnahmekarten wählen konnten.

Thorsten Schoppe wurde zum beliebtesten Brauer gekürt.
Schoppe wird zur besten Brauerei des Festivals gekürt.

Bei insistierenden Nachfragen bekam man dann auch ein paar Sorten angeboten, die nicht auf der Liste standen, so hatte ich das Vergnügen von Thorsten Schoppe einen 2 Jahre alten Barley Wine mit 23,7% Alkohol zu verkosten. Für einige Stunden soll das einmal das stärkste Bier der Welt gewesen sein.

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Gemeinsam mit dem Gypsy-Brauer Lenny hat die Vagabund Brauerei ein Ale eingebraut, das auch eine enorme Bereicherung für die Vielfalt des Braufestes war. Ein Gypsy-Brauer, auch gerne Kuckucks-Brauer genannt, ist ein passionierter Brauer ohne eigene Braustätte, der auf fremden Anlagen oft in Kooperation mit den dortigen Brauern braut.

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Als nächstes wird Lenny nach Australien fahren, sein T-Shirt hat er schon. Ich werd leider wieder heim nach Wien, mit vielen Inspirationen und dem Geschmack von frischen feinen Indian Pale Ales am Gaumen.

 

 

Hops & Barley, Berlin-Friedrichshain

Vagabund Brauerei, Berlin-Wedding

Beer 4 Wedding, Berlin-Wedding

Schoppe Bräu, Berlin-Kreuzberg

Heidenpeters, Berlin-Kreuzberg

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