Höchstes Niveau am Wildschweintunnel

Über das traditionelle Wiener Vorstadtlokal Waldtzeile wurde zuletzt sehr oft positiv berichtet.  Wir gehen dort sehr gerne Kärntner Bier trinken. Und heute waren wir auch mal richtig gut essen dort.

DSC_0008Florian Holzer unterstrich den Bereich unter den Kastanienbäumen zuletzt im KURIER als einen der 5 schönsten Gastgärten Wiens. Bierpapst Conrad Seidl adelt das Speisinger Lokal jährlich mit einer Top Position im österreichischen Bierguide und nannte es den „Biergarten des Jahres 2009“.  Nicht umsonst: Denn hier werden schon seit der Übernahme durch die Familie des Niederländers Jan Sturrus hervorragende Biere der Vereinigten Kärntner Brauereien gezapft. Dass die Braureie darauf auch selber sehr hohen Bedacht legt, liegt wohl auch daran, dass Madeleine Herberstein (besitzt 50 % + 1 Aktie der Brauerei – der Rest ist in der Hand der … eh kloa .. Brau Union) ganz nahe residiert und gern auch mal einkehrt.

Etwas enttäuscht war ich, dass in der sehr aktuellen, saisonalen Karte kein Ansatz von Biergerichten zu finden war, wie das in der Topp-Biergastronomie mittlerweile zum Standard gehört. Aber das war- und ist wohl das einzige Manko. Denn die Speisen, die mein 2 gängiges Biermenü (Schleppe Jubiläumsbier & Villacher Zwickl) begleiteten und alles, was meine Familie noch konsumierte war allerfeinstens. Als Gedeck servierte man frisches Brot mit hausgemachten Aufstrichen.

Als dann die Suppen kamen, war ich fasziniert von der Servierart, die ich noch aus meiner Jugend von Ausflugsgasthäusern kannte und zuletzt nur noch im im Gasthaus Schlusche vorfand. Als Hans Schlusche vor einigen Jahren  in Pension gehen wollte und nach einem Nachfolger suchte, war es einer der vertraglichen Auflagen, den Betrieb in gehobener Qualität mit Wiener Küche weiterzuführen. Schön, dass auch die Suppenschöpfer übernommen wurden.  Auch der Charakter des Chefs blieb einzigartig (in manchen Kritiken auch als eigenartig ob seiner kritikunfähigkeit verpönt). Ich mag Ihn, und finde es sehr sympathisch, daß quasi die komplette Familie hier werkt, und die ist nicht klein. Freundlich waren Sie allemal, auch die Auswahl der Hunde, die durchs Gastzimmer stolzierte. Dies mag nun widerum nicht jedergasts Sache sein.

WaldzeileMeine Dukatenschnitzel (aka Cordon Bleue) waren nicht nur erstklassig, sondern auch riesig. Die Karotten/Orange/Ingwer- Suppe zuvor eine Inspiration und meine Desertaversion wurde beim Auftischen der gemeinsamen Desertvariationen verworfen.

Nachher wollte ich noch eine Spätlese trinken, von Nittnaus aus Gols gab es sowohl eine weisse als auch eine rote Version. Also trank ich zwei. Und von beiden nahm ich dann noch je eine Flasche zu wohlfeilen € 8,50 mit heim. Ach ja, dies hier ist ja ein Bierblog. Egal – gerade der Spass auch an anderen feinen Genussmitteln macht den klassischen Biergeniesser aus. Und jetzt wünsch ich mir, daß dies noch mehr WineWriter auch zugeben.

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